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Der Weg ist das Ziel
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Pakistan-Indien

Indien, Rajasthan, Goa

In Islamabad machen wir erst mal Pause und ich repariere einige Kleinigkeiten am Iveco, was hier sehr praktisch ist, denn das pakistanische Militär fährt Iveco 40.10WM und so entdecken wir hier den Iveco-Ersatzteilhimmel, alle Teile kann ich sofort mitnehmen und das zu einem Drittel des europäischen Preises!!

Der Ausländercampingplatz in Islamabad ist auch eine unschätzbare Informationsbörse, denn hier kommen fast täglich neue Reisende aus allen Himmelsrichtungen an, so sind dann auch die Abende ausgefüllt mit Erzählungen, und Infos über Straßenzustände, Sehenswürdigkeiten, Übernachtungsplätze, Visavorschriften usw., usw.

Am 12.11.2006 brechen wir auf nach Indien.

 Am späten Nachmittag erreichen wir die ersten Ausläufer von Lahore der Großstadt nahe der indischen Grenze. Hier waren wir vor 18 Jahren schon einmal und damals empfanden wir den Verkehr in der Stadt als reinen Horror.

Nun, heute ist es die Hölle und es beginnt schon ca.20 km außerhalb mit einem nahezu undurchdringlichem Smog,  der wie ein Pesthauch übers Land weht, das Atmen ist unangenehm und die Augen beginnen zu brennen, wenn einem die ersten Wolken entgegen wabern sucht man unwillkürlich am Horizont nach dem Feuer, und erst nach und nach realisiert man,  dass das Feuer nicht irgendwo dort draußen brennt, sondern direkt um dich herum in den Abertausenden von Brennkammern der Motoren von Mopeds, Rikschas, Autos und LKWs, nicht zu vergessen sind natürlich die kleinen Feuer am Straßenrand, wo der Plastikmüll lustig vor sich hin glimmt.

Wir Turbo-Dieseln durch den problemlos für einen Endzeitfilm zu verwendenden Stadtrand von Lahore in Richtung Grenze und tragen somit unseren Teil zum allgemeinen Räucherwerk bei.

Nach ca.20 km erreichen wir die pakistanische Grenzstation, hier ist die Luft wieder klar und der Rasen grün, wir werden von den freundlichen Zöllnern eingeladen direkt vor dem Zollgebäude unter Palmen zu übernachten.

Indien empfängt uns mit buntgekleideten Menschen und üppig sprießender Natur, und oh Wunder mit deutlich weniger Verkehr, es sind hier viel mehr Fahrräder und Motorräder unterwegs als PKWS.

In Amritsar machen wir Station, lassen uns mit der Fahrradrikschaw ins Zentrum bringen und besichtigen den, eine friedvolle Atmosphäre ausstrahlenden, Goldenen Tempel der Sikhs, schlendern durch verwinkelte Gassen, kaufen Tee aus großen Jutesäcken und genießen die indische Küche.

Nach 7 Tagen in Amritsar machen wir uns auf nach Rajasthan, die Fahrt geht durch grünes Farmland vorbei an Flüssen und Seen, wir halten an kleinen Bretterbuden die Chai (Milchtee) verkaufen, und fühlen uns so richtig willkommen in Indien.

Gegen Abend fragen wir bei einem Hindutempel  ob wir im schönen Garten mit unserm Auto übernachten können.

Wir können nicht nur übernachten, wir werden außerdem auf rituelle Weise im Hause willkommen geheißen wir sind zum Abendessen, und zum Frühstück eingeladen, wir bekommen eigenen Bienenhonig geschenkt und zur Krönung wird Susanne mit einem kompletten Sari ausgestattet, und natürlich wäre es eine Beleidigung auch nur irgendetwas abzulehnen. Wir fühlen uns fast beschämt verstehen aber nach einer Weile die außergewöhnliche Gastfreundschaft die uns diese Brahmanenfamilie entgegenbringt als weiteren Willkommensgruß Indiens.

(To Family SHARME: Thank You very much for your hospitality and your kindness  we  wish you all the best for the future)

2 Wochen geht es durch das Wüstenbundesland Rajasthan: Das bedeutet Rundhütten Dörfer, einsame Schlafplätze, versteinerte Bäume, Kamelkarren Verkehr, schmale Gassen, verschnörkelte Kaufmannshäuser, verwunschene Paläste, marmorne Tempel, heilige Ratten, seltsame Antilopen, und sehr freundliche Menschen. Rajasthan ist ein Stück 1000 und 1ne Nacht, ist ein Stück Afrika, ist ein Stück Indien ist einfach SCHÖN!

Auf dem Weg nach Goa fahren wir auf katastrophalen Straßen durch das Bundesland Madhya Pradesh, besichtigen die aus dem 14ten Jahrhundert stammende Geisterstadt Mandu,  dort wurden von den damals regierenden Moslems fantastische  Paläste mit den ausgeklügelsten Wasserspielen ersonnen.

In Maharashtra fühle ich mich wie Indiana-Jones auf der Suche nach dem Stein der Weisen, als wir die aus den Felsen gemeißelte Tempelanlage von Elora durchforschen.

Am 09.12.2006 erreichen wir Goa und finden in Agondabeach einen wunderschönen Platz um einige Zeit auszuspannen.

Unter Kokospalmen am Strand verbringen wir mit anderen Überland-Reisenden Weihnachten und Silvester, eine richtig nette Truppe hat sich hier gefunden und so werden die Festtage interessant und fröhlich.

 Reisepläne werden geschmiedet, Erfahrungen ausgetauscht, am Lagerfeuer philosophiert oder einfach einer Draufgemacht.

Nach 2 Monaten löst sich unser kleines Dorf so langsam wieder auf, in alle Himmelsrichtungen machen wir uns wieder auf ins  Abenteuer Indien.

Südindien: Karnataka, Kerala, Tamil Nadu, Pondicherry

Auf der Küstenstraße geht es Richtung Süden,  2 Nächte verbringen wir noch an der Küste. Dann fliehen wir vor der Hitze und dem gefährlichen, superchaotischen Verkehr in die Berge Keralas.

Kaum auf der Nebenstraße geht’s mit jedem Kilometer in der Zeit zurück, die LKWs verschwinden fast ganz aus dem Straßenbild, dafür sieht man jetzt mehr und mehr Ochsenkarren und hie und da einen Elefanten.

Wir sind auf dem Weg in die Höchsten Berge Südindiens, die Nilgiri Hills (2633m)

Im angenehmen Klima schlängelt sich der Weg durch wunderschöne Teeplantagen, die ihren kolonialen Scharm behalten haben, in die unwegsamen Hügel und Täler der Nilgiri Hills.

Hier gibt es noch Stämme die im Urwald leben, jagen und wilden Honig sammeln.

Hier gibt’s auch noch den wilden Elefanten, den Tiger, Hirsche, unzählige Vogelarten, riesige Bambuswälder und klare Flüsse.

Das indische System der Nationalparkverwaltung ist etwas verzwickt wie wir leider feststellen müssen, denn oft stehen wir vor den Toren eines Nationalparks, nur um dort zu erfahren, das man sich die Eintrittskarten im 100 km entfernten soundso hätte besorgen müssen.

Nun ja, das ist eben auch Indien, ein paar Nationalparks mit Direktverkauf von Tickets finden wir aber doch und kommen dort auch auf unsere Kosten wir sehen sehr viele Tiere und wunderschöne Landschaft, ein ganz besonderes Erlebnis ist es für mich als wir eine Herde wilde Elefanten entdecken und ich mich bis auf ein paar Meter Entfernung anschleichen kann um sie zu beobachten (Super)!!

Vom Tiger sehen wir immerhin die Spuren, und auch das ist schon bewegend.

In Ootacamund übernachten wir neben dem prächtigen Feuerwehrgebäude aus englischen Zeiten, stolz präsentieren sich die Feuerwehrleute neben ihren Ashok Leyland Dinosauriern.

Nun geht es durch einsame Täler und über leere Straßen wieder Richtung Meer.

In Fort Kochi machen wir ein paar Tage Station bewundern die chinesischen Fischernetze (Irre Mechanik) und essen den fangfrischen Fisch, der direkt auf der Straße hinter den Fischernetzen zubereitet wird.

Nun bewegen wir uns auf kleinen Sträßchen durch die Backwaterregion von Kerala, wunderschön, rechts des Weges ist das Meer und links des Weges sind die Kanäle, alles dreht sich hier um Fischfang und Bootsbau, die Boote werden hier noch traditionell hergestellt, und das bedeutet sie werden aus über dem Feuer gebogenen Planken mit Kokosfasern zusammengenäht!!

Inzwischen haben wir Dave u. Rose ein schottisches Pärchen die wir schon vom Karakorum Highway kennen wieder getroffen, zusammen machen wir von Kolam aus eine Hausboottour auf den Backwaters, unsere Autos stehen sicher neben der Rezeption eines Kleinen Hotels.

Mit einem der urigen Hausboote geht die Fahrt erst über einen See, wo die Fischer die Gelegenheit nutzen sich entspannt über den See ziehen zu lassen, unter Geschrei und Gelächter hängt sich ein Einbaum nach dem andern an unser Schlepptau.

Wir sehen idyllische Kanäle, wunderschöne Boote, ursprüngliche Siedlungen aber auch völlig vermüllte Wasserläufe, unzählige Abwasserohre, aus denen braune Jauche ungeklärt neben den Fischernetzen schäumend ins Wasser sprudelt, und überall kackende Ärsche die mal mit und mal ohne Plastikverschlag um sich an den Kanälen hocken, direkt daneben wird Wäsche gewaschen und gebadet.

Am Morgen wollen wir duschen, und als kein Wasser aus dem Hahn kommt, heißt es „einen kleinen Moment bitte" und kurz darauf hören wir die Pumpe rattern, als wir nach dem Duschen so richtig Wach sind, denke ich Moment mal.......?

Okay das waren die Brackwaters äh. Backwaters.

Die Südspitze Indiens Cape Comorin, ist ein Rummel für einheimische Touristen, dort wo sich die Arabische See mit dem Golf von Bengalen und dem Indischen Ozean vermischt wird an 1000den von Ständen neben abgebrochenen Korallen, ausgestopften Kugelfischen, und sonstiger Meeresfauna auch noch ein paar Tonnen chinesisches Plastikspielzeug verhökert.

2 Kilometer abseits unter der Marienstatue „Stern des Meeres", finden wir ein ruhiges Plätzchen, können die Fischer beobachten und das Gefühl genießen das sich immer einstellt wenn man an einem Kap angekommen ist, am besten beschreibt man es glaube ich als ein Gefühl von Weite und von Sehnsucht.

Nun geht es wieder nordwärts.

Die Südostküste Indiens ist wenig erschlossen, die Straßen sind teilweise schlecht und schmal und führen von einem Fischerdorf zum Anderen.

Hier finden wir endlich wieder einsame, idyllische Übernachtungsplätze, helfen Fischern ihre Netze einzuholen, die vom Strand aus wahrscheinlich 2 km ins Meer raus gehen und unter rhythmischen Gesängen in der Dämmerung eingeholt werden.

Wir fahren hinaus auf den östlichsten Zipfel Südindiens, Rameshwaram Island hier beginnt Adam`s Bridge: Eine Kette kleiner Inseln die bis nach Sri Lanka hinüber geht. (Früher einmal dachten wir nach einem Blick in den Weltatlas hier gibt es wirklich eine Brücke) In Wirklichkeit verläuft sich die Straße erst im Sand und dann im Wasser, am Ende des Sandes halten wir und machen ein Foto.

Auch eine Fährverbindung sucht man hier vergeblich und außerdem wird auf Sri Lanka wieder gekämpft, also das war’s dann mit unseren Sri Lanka Träumen.

In Madurai besichtigen wir die Tempelstadt und ich fange mir an einem Teestand eine knackige Magendarm Infektion ein.

Nach 3 Tagen habe ich mich erholt und durchs Landesinnere erreichen wir Pondicherry, die Franzosen haben hier trotz ihres kurzen und kleinen Gastspiels deutliche Spuren hinterlassen, eine der deutlichsten Spuren trägt viel zu meiner Erholung bei, und das sind die Boulangerien (Croissants bis zum Abwinken)

Ein paar Kilometer nördlich ist Auroville, die Alternativstadt die hier 1968 von Menschen aus 35 Nationen gegründet wurde (hauptsächlich Franzosen).

Hier verbringen wir wieder ein paar Tage in oasenhafter Ruhe.

Da Sri Lanka und Nepal wegen Unruhen als nächste Reiseziele ausscheiden, und Myanmar unglaubliche Umstände und hohe Kosten verursachen würde haben wir uns entschlossen zusammen mit den Schotten nach Malaysia zu verschiffen(beide Fahrzeuge im 40 Fuß High Cubecontainer 1040$)

Am 2ten April wird von Madras (Chennai) aus verschifft.

Indien hat uns wieder super gefallen war aufregend und hat uns immer wieder überrascht, wir haben sehr freundliche Menschen getroffen, speziell in den ursprünglichen Regionen, war die Gastfreundschaft famos.

Leider hat Indien ein unglaubliches Müllproblem, es gibt kaum eine Möglichkeit Müll zu entsorgen und überall, wo wir danach fragten wurde uns unser Müllbeutel kurzerhand aus der Hand genommen und über die nächste Mauer oder einfach auf die Straße geworfen.

Außerdem sind in den Städten fast alle Flüsse zu Abwasserkanälen vergewaltigt worden, und es hat den Anschein als ob niemand davon Notiz nimmt, überall hören wir nur von der aufstrebenden Wirtschaftsmacht Indien, man ist stolz hier, aber irgendwann kommt die Rechnung.

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